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Exsikkose – was ist das?

Als Exsikkose, in der Fachsprache auch als Dehydration genannt, wird die Austrocknung des Körpers aufgrund einer nicht ausgeglichenen Flüssigkeitsbilanz bezeichnet. Generell unterscheidet man drei Schweregrade:

  • Leichte Exsikkose (Flüssigkeitsdefizit beträgt weniger als 5% des Körpergewichtes)
  • Mittelschwere Exsikkose (Flüssigkeitsdefizit beträgt c.a. 10%)
  • Schwerwiegenden Exsikkose (Flüssigkeitsdefizit beträgt mehr als 15% des Körpergewichtes)
    Das Alter erhöht das Risiko einer Exsikkose, da das natürliche Durstempfinden abnimmt.

    Das Alter erhöht das Risiko einer Exsikkose, da das natürliche Durstempfinden abnimmt.

Dabei sind vor allem ältere Menschen und insbesondere Demenzkranke betroffen, da das Durstempfinden im Alter abnimmt oder nur mangelhaft gestillt wird.

Ursachen

Exsikkose geht auf eine negative Flüssigkeitsbilanz zurück, wobei die Einfuhr geringer als die Ausfuhr ist. Der gestörte Wasserhaushalt kann durch mehrere Faktoren begünstigt werden:

  • anhaltende Hitzewellen
  • Durchfallerkrankungen
  • Erbrechen
  • Dysphagie
  • Vermindertes Durstempfinden
  • nach Verabreichung von harntreibenden Medikamenten
  • eingeschränkte Mobilität
  • Depression

Symptomatik

Mehrere Annzeichen können auf einen bestehenden Flüssigkeitsmangel hinweisen:

  • Trockene Haut und Schleimhäute
  • schlaffer Hauttugor
  • Belegte oder geschwollene Zunge
  • konzentrierter, stark riechender Urin
  • Desorientierung / Somnolenz
  • Kopfschmerzen
  • Durstfieber
  • Schwindel
  • ungeklärter Gewichtsverlust

Pathologie

Im fortgeschrittenen Stadium kann Exsikkose ernstliche Folgen nach sich ziehen:

  • Herzinfarkt
  • Bluthochdruck
  • Oligurie
  • Nierenversagen
  • Schlaganfall

Diagnostik

Um Eine Exsikkose festzustellen, wird in der Regel der Hautfalten-Test durchgeführt. Dabei wird eine Hautfalte an der Rückseite der Hand mit zwei Fingern nach oben gezogen. Bleibt die Falte bestehen, kann man von einer Dehydration ausgehen. Des Weiteren kann ein Blutbild im Labor zum Stellen der Diagnose beitragen. Dabei fällt eine Erhöhung des Serum-Kreatinin und Serum-Natrium auf.

Therapie

Ziel ist es, den Flüssigkeitsdefizit wieder auszzugleichen. Die Rehydration geschieht in der Regel oral durch Trinken. Handelt es sich hingegen um eine bereits ausgeprägte klinische Symptomatik, ist eine intravenöse Infusion, bestehend aus einer Natrium-Chlorid- oder Glukoselösung notwendig.
Im geriatrischen Bereich wird zudem oftmals auf eine subkutane Flüssigkeitssubstitution gesetzt. Zusätzlich zur symptomatischen Therapie sollte eine kausale Behandlung erfolgen, in der an den Ursachen der Exsikkose gearbeitet wird. Dazu zählt mitunter:

  • Antidepressive Therapie
  • Optimierung der medikamentösen Therapie
  • Kontrollierte orale Flüssigkeitszufuhr
  • Anlegen einer PEG (Magensonde)

Besteht eine Exsikkose bereits über einen längeren Zeitraum, sollte das Flüssigkeitsdefizit Schritt für Schritt wieder ausgeglichen werden, da es sonst zur Bildung von zerebralen Ödemen kommen kann.